Wie du von einer guten Organisation profitierst
Geschrieben von Oliver. Kontaktiere mich auf Twitter.
Warum passen Ordnung und Minimalismus so gut zusammen? Ganz einfach: Ordnung, die minimalen Aufwand benötigt ist schnell und leicht zu erreichen und Minimalismus ist eine Ordnung in sich, weil durch die Reduktion auf das Wesentliche nicht so viel durcheinander kommen kann. Und das wiederrum führt zu einer profitablen Organisation, die effizient und praktisch ist. Ich möchte hier ein paar Punkte dazu niederschreiben. Als Denkanstoß. Und Motivation.
1. K.I.S.S. – Keep it simple and stupid. Wenn du aufhörst, alles zu verkomplizieren und es simpel und idiotensicher hälst, hast du den Kopf frei für andere Dinge, die vielleicht viel wichtiger sind. Wie zum Beispiel das Leben, das gelebt werden will. Nicht die Unordnung, die nach Aufräumen schreit.
„Manche Menschen benutzen ihre Intelligenz zum Vereinfachen, manche zum Komplizieren“ – Erich Kästner
2. Hänge „Visionsblätter“ auf – Klingt vielleicht komisch, hilft aber. Wenn du dir ein paar wichtige Floskeln in großer Schriftart auf ein DIN A 4 Blatt pro Floskel ausdruckst und dir diese über den Schreibtisch hängst, kann das sehr motivierend sein.
Zum Beispiel der Satz: „Ich erledige die wichtigsten Sachen zuerst.“ Oder „Post holen!“ Oder „Ich arbeite produktiv.“ Durch das bewusste draufschauen oder das unterbewusste Wahrnehmen im Augenwinkel setzen sich diese Sätze ins Unterbewusstsein ab und werden zu Glaubenssätzen, die zu effektiveren Handlungen und zu größerer Motivation führen. So kann man sich auch Ziele aufhängen. Ist ein Zeil erreicht, hängt man es ab und ersetzt es durch ein neues.
3. Halte deinen Posteingang leer. Sei es dein Email Postfach, dein Briefkasten oder der Briefkorb auf deinem Schreibtisch. Eingegangene Briefe/Emails/Projekte etc am Besten sofort oder noch am gleichen Tag zu erledigen schützt vor Aufschieberitis. Denn je mehr sich stapelt, je mehr Arbeit sich anhäuft, desto geringer wird die Lust anzufangen weil man so einen Berg zu bewältigen hat. Jeden Tag ein bisschen jedoch ist gut verkraftbar. Außerdem schafft ein leerer Posteingang Klarheit und Übersicht. Stelle dazu sicher, dass du die zu erledigende Arbeit sichtbar vor dir hast und verstecke sie nicht in Schubladen, Ordnern, Mappen oder Schnellheftern. Weg ist weg! Alt aber bewährt. So einfach ist das!
4. Entrümpele nicht nur deinen Schreibtisch, sondern dein Leben. Das bringt Klarheit, Freiheit, Fokus, Fülle und Freude… Wir leben in einer so komplexen, überfüllten und komplizierten Welt, dass ein klares, ordentliches Zuhause in meinen Augen unentbehrlich wird. Denn wie es auf deinem Schreibtisch aussieht, so sieht es meistens auch in deinem Kopf aus. Und wenn dein Zuhause dir einen Ruhepol, eine Quelle des zu sich kommens und der Entspannung bieten kann, so ist das sehr wertvoll als Ausgleich zu allem, was uns sonst im Alltag manchmal so sehr hetzt und überfüllt. Und es hat mich recht viel Zeit gekostet, das zu lernen.
5. Spüle deine Schüssel!
Eine berühmte Zen-Geschichte geht so:
Ein Mönch sagte zu Joshu, “Ich bin erst kürzlich dem Kloster beigetreten. Bitte lehre mich.”
Joshu fragte, “Hast du deinen Reisbrei gegessen?”
Der Mönch antwortete, “Ich habe fertig gegessen.”
Joshu sagte, “Dann solltest du besser deine Schale abwaschen.”
In diesem Moment war der Mönch erleuchtet.
Ich stieß hier auf diese Geschichte. Was kann sie uns lehren?
Ordnung zu halten ist gerade deshalb so wichtig, weil eine aufgeräumte Umgebung Platz schafft für das, was essentiell ist. Klar, ich kenne Sätze wie „Wer Ordnung hält ist zu faul zum Suchen.“ Oder: „Die Unordnung ist der Ausdruck des Genies!“ und ich habe solche Sätze auch immer gerne als Rechtfertigung für meine eigene Unordnung genommen. Aber ganz ehrlich: in einem sauberen, aufgeräumten Zimmer habe ich mich immer wohler gefühlt als in einem unordentlichen. So, und anstatt zu warten bis sich riesige Kleiderberge, Zeitschriftenstapel, Müslischüsseltürme und Taschentuchpyramiden zu einem eigenen Biotop verwandelt haben, ist ein anderer Ansatz einfach und effektiv: Zuerst eine komplette Grundaufräumaktion mit Grundreinigung und ab da wie beim Posteingang alles sofort erledigen. Die Kleidung in den Wäschekorb oder direkt in die Waschmaschine, Zeitschriften lesen und weg damit oder in das Bücherregal einsortieren oder dekorativ an ausgesuchten Stellen im Wohnraum oder in der Arztpraxis drapieren, Müslischüsseln sofort spülen und Taschentüscher wegschmeissen. Die Beispiele sind eben nur Beispiele aber ich denke es ist klar, worauf ich hinaus will, oder? Auf diese Art und Weise ist Haushaltsführung alles andere als anstrengende, große Putzaktionen sondern produktiv. Und darum geht es: den Blcik auf das Wesentliche nicht durch unwesentliches verlieren, ergo: unwesentliches sofort erledigen, dann ist es getan. Jawohl, einige denken jetzt: „Was will der mir denn hier erzählen wie ich mein Zimmer aufzuräumen hab?“ Ja, es gibt sicher einige, die das schon Beherrschen aber es gibt auch jene, die ihr Chaos immer wieder nicht auf die Reihe bekommen. Und das ist nichts schlimmes, deswegen kann man selbst mit 50 noch lernen, seinen Schreibtisch aufzuräumen!
6. Mache täglich Buchhaltung! Damit du weißt wo du dran bist, ist es auch enorm wichtig zu wissen, wie es um deine Finanzen steht. Halte Ordnung in deinem Kontoauszüge-Ordner und sieh zu, dass du Rechnungen sofort begleichst, Schulden alsbald möglich Schritt für Schritt abbezahlst, am Anfang jedes Monats etwas Geld auf ein Sparkonto überweist, durchdacht mit deinem verfügbarem Geld umgehst und dir alle Sorgen aus dem Kopf schlägst. Nicht jammern, sondern anpacken. Das eigene Geld zu verwalten kann richtig Spaß machen. Und dabei tiefe Dankbarkeit zu empfinden und auch mal großzügig etwas zu spendieren ist eine sehr angenehme Herzenssache.
7. Reduziere deinen Besitz. Ich weiß, das hier ist kein Artikel über Minimalismus, aber wie ich im Einleitungstext schon sagte: Minimalismus ist eine Ordnung in sich, weil durch die Reduktion auf das Wesentliche nicht so viel durcheinander kommen kann. Es gibt fast immer etwas, was man entbehren kann, weil man es nicht (mehr) braucht und deswegen weggeben, verkaufen, verschenken, für wohltätige Zwecke verwenden oder wegschmeißen kann. Entrümpeln wir also unser Leben, denn das was du besitzt, besitzt irgendwann dich!
8. Halte auf deinem Computer genauso Ordnung wie in deinem Posteingang, auf deinem Schreibtisch und deinem Zimmer/Wohnung/Haus/Wohnraum! Das dürfte sich von selbst erklären. Archiviere deine Dateien, PDF’s, Bilder, Musik, Videos und Programme in klaren Ordnerstrukturen und „K.I.S.S.“!
9. Mache dir Notizen! Indem du Gedanken auf Papier festhälst, kannst du sie im Kopf loslassen, das befreit!
10. Lerne Zeitmanagement… und teile dir deine Zeit sinnvoll ein. Verschwende sie nicht an Überflüssigem und vergiss nicht zu leben und letzteres zu GENIESSEN! Suche dir für jeden Tag deine 3 wichtigsten Ziele und arbeite diese ab. Tag für Tag. So einfach und so effektiv!
11. Mache dir Pläne! Wenn du Projekte, Ziele oder Pläne hast mache nicht alles auf einmal. So wirst du nämlich nie deinen Traum von der Selbständigkeit, der Indienreise oder vom Delphinschwimmen verwirklichen. Hole dir einen Zettel und ordne die Ziele nach Prioritäten und dann mach einen 6-Jahresplan auf einem großen Plakat und trage ein, wann du was machen willst. (Hierzu siehe auch: Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast)
Denk dran:
Eins nach dem anderen.
Nicht hetzen.
Schritt für Schritt.
Atmen.
Nach vorne blicken.
… und wenn du schon dabei bist: lächle und hab Spaß! Das bringt mehr Freude und ist gesünder!
Ich wünsche euch einen wunderbaren Tag!
Oliver Peiss,
Minimalist
4 Kommentare zu “Wie du von einer guten Organisation profitierst”
Kommentare
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ich mag deine eindringliche Art zu schreiben in diesem Artikel. Du hast hier aber mehr aufgezählt, als ich erwartet hätte. Viele Aspekte sind mir bereits bekannt, doch einige fühlen sich immer noch unwohl an, wie meine Finanzen im Überblick zu behalten. Dabei ist das auch ein Aspekt der Ordnung. Wie schön es doch wäre, Minimalismus im Finanzbereich aufrecht zu erhalten. Geld nur für die tollsten Dinge, Erlebnisse und Genussmittel ausgeben.
Ich habe mir das Buch “Du musst dich nicht entscheiden..” erst kürzlich gekauft, es liegt hier auf meinem Schreibtisch. Ich bin gespannt, was es mich lehren wird!
guter Artikel..
Danke für deine Treue im Lesen und Kommentieren, Michael
Sher’s Buch ist ein ganz besonderes! Ich habe es zurzeit verliehen, das ist schade. Und Minimalismus in punkto Finanzen ist garnicht mal so schwer zu erreichen!
Ich mag diesen Artikel weil du Recht hast. Ich sitze in meinem Schokoosterhasenpapierschnipsel übersähtem Zimmer und höre gerade meinen Handywecker zum ungefähr 10. Mal , Ich will ihn nur nicht ausmachen. Denn ausmachen bedeutet unter Klamottenbergen suchen wo die geheimnisvolle Quelle dieser schrecklichen Misstöne sich verbirgt. Wäre diese Unordnung nonexistent dann hätte mich das blöde Ding höchstens ein Mal gestört. Mittlerweile wächst sich meine Reaktion jedoch auf eine potenziell eskalierende Aggression aus. Und das nennt man Energieverschwendung.-
Also ganz in deinem Sinne werde ich jetzt aufräumen,
um danach weiter zu träumen.
Schließe mich an guter Artikel.
Das Szenario kenne ich nur allzu gut. Früher gab es bei mir Klamottenberge, sodass ich den Fußboden nicht mehr sah und dass die Fläche, auf der man ging, einen halben Meter höher war als der eigentliche Boden. Von dem mangelhaften Wiederfindungsfaktor diverser Dinge mal abgesehen.
Und das musste sich ändern. Es ist eben ein Lernprozess.